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17.05.21

Digitalisierung: Seien Sie bereit für den Wandel

Etienne Dock über die digitale Transformation in der Hager Group und die Wichtigkeit von Daten.

Etienne Dock leitet die Digitalisierungsstrategie der Hager Group. Im Interview erzählt er, was ihn an unserem neuen Kunstwerk von LAb[au] gefällt und wie die Digitalisierung die Hager Group verändert.

Hager Group: Das Exponat des Künstlerkollektivs LAb[au], das vom 3. bis 13. Juni 2021 auf der Kunstausstellung „L'Industrie Magnifique" in Straßburg (Frankreich) zu sehen sein wird und dann an unserem Hauptsitz in Blieskastel aufgestellt wird, setzt sich kreativ mit den Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung auseinander. Wo sehen Sie Parallelen zur Digitalisierung bei der Hager Group?

Etienne Dock: Wie das Kunstwerk von LAb[au] eindrucksvoll zeigt, kann künstliche Intelligenz zu echten Aha-Erlebnissen führen. Letztlich geht es bei künstlicher Intelligenz darum, sehr große Datenmengen zu analysieren und Zusammenhänge zu erkennen, die der Mensch allein niemals erfassen könnte. Auch im Geschäftsalltag liefert die Künstliche Intelligenz oft Beispiele, bei denen man denkt: „Wow, darauf wäre ich nie gekommen."

HG: Woher kommt diese analytische Fähigkeit?

ED: Es geht darum, Daten zusammenzuführen – Daten, die sonst in verschiedenen Systemen getrennt voneinander gespeichert und verarbeitet wurden. Erst dann wird es möglich, dass Softwaresysteme überraschende Querbeziehungen herstellen. Wir können KI auf drei Dinge reduzieren: Mathematische Regeln und Algorithmen, zweitens Daten und drittens Rechnerkapazität.

Die mathematischen Regeln sind keineswegs neu, aber erst seit kurzem haben wir die Rechenkapazität und können auf eine ausreichende Menge an Daten zugreifen, um sie zu nutzen. Aber selbst mit der aktuellen Kapazität können wir keine KI generieren, die so viele verschiedene Szenarien abdecken kann wie ein menschliches Gehirn. Sicher, in einem spezialisierten Szenario ist KI viel effizienter als der Mensch. Sie kann zum Beispiel Schach oder Go spielen oder die medizinische Diagnostik unterstützen. Aber sie kann noch nicht zwischen allen

HG: Wie ist diese Digitalisierung auch in den Produkten der Hager Group sichtbar?

ED: Dafür gibt es einige Beispiele. Zum Beispiel das Tool Hager Ready, mit dem sich Installateure einen schnellen Überblick über unser Produktportfolio verschaffen können, um passende Produkte zu finden. Mit hagercad bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, die elektrische Infrastruktur großer Bauprojekte zu planen. Und mit Hager Flow adressieren wir die Optimierung des Stromverbrauchs eines Hauses durch die Kombination von Photovoltaik, Batteriespeicher und dem Laden von Elektrofahrzeugen. Wir haben bereits die Version 1 von Hager Flow auf dem deutschen Markt eingeführt und dank der neuen Business Unit Hager Energy wird Anfang 2022 die nächste Generation auf den Markt kommen. Diese kombiniert das Know-how von E3DC und das Feedback der ersten Generation. 

HG: Eine umfassende Digitalisierung, wie sie derzeit bei der Hager Group stattfindet, bringt natürlich auch einen Veränderungsprozess mit sich. Wie sehen diese Veränderungen aus?

ED: An unserem Produktionsstandort in Obernai in Frankreich bauen wir beispielsweise gerade ein System auf, das Relais mit optischen Sensoren und automatischer Fehlererkennung überprüft. Bislang wurden die Relais von unseren Mitarbeitern unter dem Mikroskop geprüft. Die Digitalisierung bedeutet in diesem Fall, dass sich die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und ihre Aufgaben verändern werden.

Die automatische Datenerfassung und -verarbeitung bedeutet auch, dass die Informationen jederzeit verfügbar sind. Während in der Vergangenheit Daten in regelmäßigen Abständen mit einer bestimmten Arbeitsroutine in ein System eingegeben wurden, wird in Zukunft viel flexibler mit Daten umgegangen. Sie können zu jeder Zeit abgerufen und verwendet werden. Diese Flexibilität und permanente Verfügbarkeit haben enorme Vorteile. Sie verändern aber auch gewohnte Arbeitsabläufe. Ich sehe meine Aufgabe daher nicht zuletzt darin, dafür zu sorgen, dass wir in diesem Veränderungsprozess niemanden zurücklassen. Digitalisierung und künstliche Intelligenz bieten große Vorteile. Davon sollen alle unsere Mitarbeiter profitieren.

HG: Wie tragen die Mitarbeiter zur digitalen Transformation im Unternehmen bei?  

Daten sind, wenn man so will, der Blutkreislauf jeder digitalen Transformation. Ein guter Datenfluss ist daher entscheidend für eine gesunde Transformation. Jeder Mitarbeiter kann zu diesem Fluss beitragen, indem wir sicherstellen, dass wir verstehen, wie und wo die Daten, die in ein System eingegeben werden, weiter verwendet werden. Auf diese Weise können wir die Wichtigkeit unserer Entscheidungen vollständig einschätzen.

Natürlich kann generell jeder mit tollen Ideen zur digitalen Transformation beitragen, aber für mich scheint es am wichtigsten, offen für Veränderungen zu sein. 

HG: Digitalisierung wird oft mit mehr Effizienz und schlankeren Prozessen gleichgesetzt. Was hat es damit auf sich? 

ED: Das ergibt Sinn. Auch hier ist die Lösung, Prozesse systematisch zu erfassen und in Daten zu gießen, um Entscheidungswege und Entwicklungsprozesse transparent und nachvollziehbar zu machen. Das gilt zum Beispiel auch für Produktentwicklungsprozesse. Werden alle Schritte eines Entwicklungsprozesses systematisch in digitalen Berichten zusammengefasst, lässt sich jederzeit feststellen, warum welche Entscheidung getroffen wurde. Dann liegen die Berichte auf dem Tisch. Es wird eine Basis geschaffen, auf der Preise kalkuliert und Produktideen mit der tatsächlichen Marktsituation verglichen werden können. All das zusammen führt zu einer Produktentwicklung, die weniger vom Bauchgefühl als vielmehr von Fakten geleitet ist.

HG: Sie haben viele Vorteile der Digitalisierung aufgezählt. Sehen Sie auch negative Aspekte?

ED: Künstliche Intelligenz hat immer noch das grundsätzliche Problem, dass Algorithmen manchmal wie eine Blackbox funktionieren. Man füttert sie mit Daten. Die Algorithmen geben eine Antwort aus. Aber woher weiß ich, dass die Antwort plausibel oder richtig ist? Wenn ein Algorithmus mit meinen Gesundheitsdaten gefüttert wird und dann antwortet, dass ich nur noch ein Jahr zu leben habe, dann will ich wissen, warum. Zum einen, um herauszufinden, ob das stimmt, und zum anderen, um vielleicht mehr für meine Gesundheit zu tun.

Letztlich spielt auch das Kunstwerk von LAb[au] auf faszinierende Weise mit dieser Blackbox-Idee. Am Ende entscheidet der Zufall mit, welche Worte die Maschinerie ausgeben wird.

Die Aufgabe des Informatikers ist es, einen Algorithmus so zu gestalten, dass nachvollziehbar bleibt, wie er zu einem Ergebnis kommt – oder ihn so zu programmieren, dass er offenbart, wie er denkt. Insofern bleibt die Digitalisierung für mich vor allem eine große Chance.

Vielen Dank an Etienne Dock für das spannende Gespräch.

Sie können unser Kunstwerk „yes:no, perhaps“ auf der "L'Industrie Magnififque" in Straßburg vom 3. bis 13. Juni 2021 sehen. Danach wird es in Blieskastel, am Hauptsitz der Hager Group, permanent ausgestellt.

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