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Hager Forschungszentrum schaltet auf autarke Energieversorgung

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Blieskastel, 24.November 2016

Energetische Erfolgsbilanz:
Hager Forschungszentrum schaltet auf autarke Energieversorgung

Gut ein Jahr nach seiner Einweihung hat sich das Forschungs- und Anwendungszentrum der Hager Group quasi vom öffentlichen Stromnetz abgekoppelt. Das intelligente Bürohaus am Unternehmenssitz Blieskastel ist als eine Art grünes Kraftwerk ausgelegt, das seinen Energieverbrauch kontinuierlich analysiert und intelligent optimiert. Mittlerweile haben sich seine Systeme so gut eingespielt, dass das 3.000 Quadratmeter-Gebäude weitaus mehr Energie erzeugt, als es selbst verbraucht. „Von den 1.7 Mio Kilowattstunden, die das Gebäudekraftwerk im Jahr erzeugt, können wir bis zu 1.1 Mio kWh ins werkseigene Netz abgeben“, sagt Andreas Frevel, Solutions Support Manager der Hager Group. Mit anderen Worten: Das intelligente Forschungszentrum versorgt sich nicht nur selbst, sondern seine Nachbargebäude teilweise mit.

Möglich ist der Autarkie-Effekt dank eines intelligentes Energiemanagement mit rund 5.000 Datenpunkten im Haus, das zusammen mit den Industriepartnern IS Predict, Oelma, Sauter und Lonsdorfer konzipiert wurde. Die Software-Lösung sammelt Datenmengen über das Verbrauchsverhalten der Nutzer oder aktuelle Wettervorhersagen und erstellt daraus genaue Prognosen für den Strombedarf. Auf dem Hausdach erzeugen Solarpanels Elektrizität aus Sonnenenergie, im Nebengebäude wandelt ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk Gas in Wärme, Kälte und Strom um. Je nach Bedarf wird die erzeugte Energie von einem 112.5 kWh-Puffer gespeichert oder direkt genutzt – zum Beispiel zum Aufladen der werkseigenen Elektrofahrzeuge.

Selbstlernend und vorausschauend entwickelt das Gebäude so Strategien, wie sich Erzeugung und Speicherung eigener Energie effizienter gestalten lassen. Für diesen Ansatz wurde das Projekt bereits von der bundesweiten Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ prämiert. Die Bilanz nach gut einem Jahr zeigt jetzt, dass sich Ideen wie diese nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch auszahlen. „Im vergangenen Jahr haben wir auf diese Weise fast 130.000 Euro Energiekosten und 550 Tonnen Kohlendioxid gespart“, sagt Projektmanager Frevel. Gleichzeitig gewinnt die Hager Group auf diese Weise Versorgungssicherheit. Als vor einigen Monaten aufgrund einer Leitungspanne die Energieversorgung in der Region ausfiel, war das Forschungs- und Anwendungszentrum vermutlich das einzige größere Gebäude des Bliesgaus, dessen Systeme nach kurzer Unterbrechung weiterlaufen konnten.

Von diesem Effekt können übrigens auch Hausbesitzer profitieren: Mit ihrem Energiemanagement- und Speichersystem (EMSS) hat die Hager Group kürzlich ein kleineres System aufgelegt, mit dem Privathaushalte ihren Energieverbrauch managen und selbsterzeugte Energie speichern können – ganz genau so, wie es das Forschungs- und Anwendungszentrum der Hager Group beispielhaft vormacht.